Regularien Teil 2
15. Reihenfolge des Anstoßens
×Die Gestaltung des Anstoßrechtes ist Sache der Turnierleitung. Neben dem in den disziplinspezifischen Regeln vermerkten Standard, gibt es diverse Möglichkeiten wer das zweite Spiel einer Partie eröffnet. Gebräuchlich sind Winnerbreak (Gewinner des vorangegangen Spiels stößt an) oder die Spieler haben abwechselnd je dreimal in Folge das Anstoßrecht.
16. Der Aufbau beim 9-Ball
×(1) In der Disziplin 9-Ball müssen außer der 9 und der 1 alle Objektkugeln wie in Regel 2.2 beschrieben nach dem Zufallsprinzip aufgebaut werden. Es darf nicht sortiert oder eine bestimmte Anordnung vorgenommen werden.
(2) Sofern kein Schiedsrichter den Aufbau vornimmt, sind hiermit die Spieler selbst betraut. Sollte einer der Spieler den Eindruck haben, dass ein Aufbau auf einen Verstoß gegen Absatz (1) zu überprüfen sei, muss er einen Schiedsrichter oder die Turnierleitung hinzuziehen.
(3) Ein Spieler der vorsätzlich Objektkugeln an bestimmten Positionen aufbaut ist offiziell zu verwarnen.
(4) Ein einmal, in dieser Sache, verwarnter Spieler ist bei einem erneuten Verstoß gegen die in Absatz (1) genannten Bestimmungen, wegen unsportlichem Verhalten zu bestrafen.
17. Zusätzliche Bedingungen für den Anstoß
×Die Organisatoren eines Turniers können zusätzliche Bedingungen für den Anstoß in Kraft setzen für Spiele, die mit einem "offenen Anstoß", wie zum Beispiel 9-Ball oder 10-Ball, beginnen. Es kann beispielsweise gefordert werden, die Spielkugel für den Anstoß innerhalb eines oder mehreren markierten Bereichen hinter der Kopflinie zu platzieren (Break Box").
18. 3-Punkte Regel - "Kitchen Rule"
×(1) Während des Eröffnungsstosses müssen mindestens 3 Objektkugeln entweder versenkt werden oder die Kopflinie berühren oder es muss eine Kombination aus beiden Bedingungen vorliegen. Wenn zum Beispiel eine Objektkugel beim Eröffnungsstoss versenkt wird, müssen weitere zwei Objektkugeln die Kopflinie berühren. Oder, wenn zwei Objektkugeln versenkt wurden, muss noch eine Objektkugel die Kopflinie berühren.
((2) Falls ein Spieler die Bedingungen unter (1) nicht erfüllt, ansonsten aber einen korrekten Eröffnungsstoss ausführt, so kann der dann aufnahmeberechtigte Spieler entweder die Position übernehmen oder die Situation an den Spieler zurückgeben.
(3) Wenn er die Situation übernimmt, darf der dann aufnahmeberechtigte Spieler kein Push-Out spielen. Er muss einen korrekten Stoss auf die anzuspielende Kugel ausführen.
(4) Wird die Situation an den Spieler zurückgegeben, darf dieser ein Push-Out spielen. Der Gegner darf dann entscheiden, ob er selber oder der Spieler weiterspielen muss.
(5) Falls ein Spieler beim Eröffnungsstoss die "9" versenkt, aber nicht die Bedingungen der 3-PunkteRegel erfüllt, wird die "9" wieder aufgebaut, bevor der nächste Stoss ausgeführt werden kann.
Die 3-Punkte-Regel wird auf allen WPA Veranstaltungen gespielt, zusammen mit dem "Tappen" oder der Aufbauhilfe.
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19. Ablenken der Spielkugel beim Anstoß
×Es kann passieren, dass ein Spieler beim Anstoß abrutscht und versucht, die Weiße mit dem Queue oder anderen Hilfsmitteln von ihrem normalen Lauf abzuhalten. Solche und ähnliche Aktionen sind absolut verboten und werden nach Regel 6.16 (Unsportliches Verhalten) bestraft. Zu keiner Zeit dürfen Spieler irgendeine Kugel, die sich im Spiel befindet, berühren. Ausnahme ist die an einem Queue befestigte Pomeranze, die während einer nach vorne gerichteten Stoßbewegung gegen die Weiße trifft. Die Strafe für solch ein Foul wird vom Schiedsrichter festgelegt nach den Grundsätzen für Unsportliches Verhalten, geregelt in 6.17.
20. Zeitlimit "Shot Clock"
×(1) Ein Zeitlimit zur Ausführung eines Stoßes kann durch die beteiligten Spieler oder einen Turnieroffiziellen zu jeder Zeit beantragt werden.
(2) Die Turnierleitung oder ein hierzu autorisierter Offizieller entscheidet ob ein Zeitlimit verhängt wird oder nicht.
(3) Ist ein Zeitlimit verhängt worden, gilt dieses für beide Spieler. Ein offiziell beauftragter Zeitnehmer wird die Einhaltung des Zeitlimits für die Dauer der Partie überwachen.
(4) Es wird empfohlen, wie folgt zu verfahren:
a) Für jeden Stoß ist ein Zeitlimit von 35 Sekunden vorgesehen. 10 Sekunden vor Ablauf des Zeitlimits ist eine Warnung auszusprechen.
b) Einmalig pro Spiel steht jedem Spieler eine Verlängerung von 25 Sekunden zu.
c) Die Zeitnahme beginnt erst, wenn alle Kugeln zur Ruhe gekommen sind. Sich drehende Kugeln sind noch in Bewegung.
d) Die Zeitnahme endet, wenn die Pomeranze die Spielkugel berührt, um einen Stoß auszuführen oder wenn ein Spieler das Zeitlimit überschreitet.
e) Ist das vorgegebene Zeitlimit überschritten worden, ist dies ein Standardfoul.
21. Nur Fouls mit der Spielkugel
×(1) Wird ohne Schiedsrichter gespielt kann vereinbart werden, dass nur Fouls mit der Spielkugel als solche gewertet werden. Fouls durch versehentliches Berühren oder Bewegen einer oder mehrerer Objektkugeln werden somit nicht geahndet.
(2) Ist jedoch zu erwarten, dass durch unkorrekt berührte oder bewegte Kugeln das Resultat eines Stoßes beeinträchtigt oder verfälscht wird, muss dem Gegenspieler die Möglichkeit eingeräumt werden zu prüfen ob die ursprüngliche Lage wieder hergestellt werden sollte oder nicht. Setzt ein Spieler seine Aufnahme fort ohne seinem Gegenspieler diese Möglichkeit einzuräumen, ist dies ein Foul. Der Gegenspieler erhält "Ball in Hand".
((3) Ist eine ursprüngliche Lage wieder herzustellen, muss dies im Einvernehmen beider Spieler geschehen.
22. Verspätetes Antreten
×(1) Jeder Spieler ist gehalten sich zum angesetzten Zeitpunkt seiner Partie am hierfür vorgesehenen Tisch, in spielbereitem Zustand, einzufinden.
(2) Verspätet sich ein Spieler um mehr als 15 Minuten, verliert er die Partie.
(3) Es wird empfohlen, wie folgt zu verfahren:
a) 1. Aufruf nach fünf Minuten.
b) 2. Aufruf nach zehn Minuten.
c) 3. und letzter Aufruf nach 14 Minuten mit dem Zusatz, dass der betreffende Spieler, sofern er sich nicht innerhalb einer Minute am Tisch einfindet, disqualifiziert wird.
(4) Für Spieler, die sich wiederholt verspäten, kann diese Regelung verschärft werden.
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23. Störungen von außerhalb
×(1) Regel 1.9 beschreibt die Störungen von außerhalb.
(2) Ein Schiedsrichter sollte sicherstellen, dass Störungen von außerhalb vermieden werden. Spieler an benachbarten Tischen oder Zuschauer können zum Beispiel physisch oder verbal Störungen von außerhalb verursachen. Der Schiedsrichter kann die Partie anhalten bis die Ursache der Störung behoben ist.
24. Coaching
×(1) Es ist grundsätzlich erlaubt, dass ein Spieler in einer laufenden Partie Ratschläge von seinem Trainer erhält.
(2) Eine permanente oder, Stoß für Stoß begleitende Einflussnahme eines Trainers ist gegen die Natur des Spiels und daher nicht erlaubt.
(3) Es ist einem Trainer nicht gestattet an den Tisch heranzutreten.
(4) Beraten "Coaching" während eines Time Outs ist erlaubt.
(5) Ist ein Schiedsrichter der Auffassung, dass ein Trainer eine Partie behindert oder sein Verhalten störend ist, kann er den betreffenden Trainer anweisen, sich vom Spielbereich zu entfernen.
(6) Der Schiedsrichter und / oder die Turnierleitung können weitere und gegebenenfalls strengere Grenzen festlegen.
25. Höhere Gewalt
×(1) Höhere Gewalt sind unvorhersehbare Vorkommnisse deren Folge nicht durch die Spielregeln erfasst ist.
(2) In solchen Fällen entscheidet der Schiedsrichter nach bestem Wissen und Gewissen und unter Anwendung höchstmöglicher Fairness, über die weitere Verfahrensweise.
(3) Beispiel: Ein Zwischenfall macht es unumgänglich, dass eine laufende Partie auf einen anderen Tisch verlegt werden muss. Hier kann ein Schiedsrichter auf "Unentschieden" erkennen, sofern er sich außer Stande sieht die Position der Kugeln exakt wieder herzustellen.
26. Verbleib am Sitzplatz
×(1) Der nicht aufnahmeberechtigte Spieler verbleibt an seinem Sitzplatz.
(2) Sollte ein Spieler während eines Spiels den Spielbereich verlassen müssen, benötigt er dafür die Erlaubnis des Schiedsrichters.
(3) Ein unerlaubtes Entfernen vom Spielbereich ist als "Unsportliches Verhalten" einzustufen.
27. Zeitgleiches Treffen der Kugeln
×Falls die Weiße eine eigene und eine fremde Kugel ungefähr gleichzeitig trifft und nicht sicher festgestellt werden kann, welche Kugel zuerst getroffen wurde, so wird im Zweifel für den Spieler entschieden und der Stoß als korrekt angesehen.
28. Ansage press liegender Kugeln
×(1) Die Lage von Objektkugeln die augenscheinlich "press" an einer Bande oder "press" an der Spielkugel ("Weiße") liegen, ist vom Schiedsrichter genau festzustellen und gegebenenfalls als "press" anzusagen.
(2) Ist eine Lage unklar können beide Spieler den Schiedsrichter darauf aufmerksam machen und eine klärende Entscheidung einfordern. Die hierfür erforderliche Spielunterbrechung ist hinzunehmen.



